Die REST-API ist die Programmierschnittstelle der JTL-Wawi - gedacht für Entwickler, Integrationen und Automatisierung per Code. Ein MCP-Server setzt darauf auf und lässt KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT Ihre Wawi-Daten in natürlicher Sprache abfragen. Kurz: REST-API für Code und Integrationen, MCP für "frag deine Zahlen".
„JTL-Wawi mit ChatGPT verbinden" oder „Daten per API rausholen" - dahinter stecken zwei verschiedene Dinge. Die REST-API und ein MCP-Server sind keine Konkurrenten, die man gegeneinander abwägt wie zwei Produkte. Sie sitzen auf unterschiedlichen Ebenen und lösen unterschiedliche Aufgaben. Wer das trennt, trifft die Entscheidung schnell.
Die JTL-Wawi-REST-API in Kurzform
Die REST-API ist die offizielle Programmierschnittstelle der JTL-Wawi. Über sie liest und schreibt Software strukturiert Daten - Artikel, Bestände, Aufträge, Kunden. Sie ist für Entwickler und Systeme gedacht: Ein Programm ruft definierte Endpunkte auf und bekommt saubere Datensätze zurück, die es weiterverarbeitet.
Zur Kostenlage, weil dazu widersprüchliche Zahlen kursieren: Die JTL-REST-API steht mit 300 € als offiziellem Listenpreis, wird aber in der aktuellen Beta-Phase nicht berechnet - ist also derzeit faktisch kostenlos nutzbar. Angaben Dritter mit anderen Monatspreisen beziehen sich meist auf deren eigenes Zusatzprodukt, nicht auf den JTL-Preis.
Typische Einsätze: ein Onlineshop, ein Marktplatz-Tool oder eine Automatisierung (z. B. per n8n), die Daten mit der Wawi abgleicht. Immer geht es um Code, der mit definierten Datenstrukturen arbeitet.
Was ein MCP-Server ist - und was „frag deine Wawi" bedeutet
MCP steht für Model Context Protocol - ein offener Standard, über den KI-Assistenten (etwa Claude oder ChatGPT) auf externe Datenquellen und Werkzeuge zugreifen. Ein MCP-Server für die JTL-Wawi stellt die Wawi-Daten so bereit, dass ein KI-Assistent sie direkt abfragen kann.
Der Effekt: Statt eine Auswertung zu programmieren oder ein SQL zu schreiben, stellt man die Frage in normaler Sprache - „Welche zehn Artikel hatten letzten Monat den höchsten Umsatz?" oder „Wo steht Bestellung 85819?" - und die KI holt sich die Antwort aus der Wawi. Der MCP-Server sitzt dabei oberhalb der Datenschicht; er nutzt die vorhandenen Zugänge, macht sie aber für die KI verständlich.
Das Besondere: Ein MCP-Server beschreibt sich selbst. Er sagt der KI, welche Daten und Funktionen es gibt und was sie liefern - die KI findet die passende von allein, statt dass man ihr für jede Frage einzeln erklären muss, welche Schnittstelle mit welchen Feldern sie aufrufen soll. Und weil MCP ein offener Standard ist, funktioniert ein einmal eingerichteter Server mit jeder unterstützten KI - Claude, ChatGPT, Gemini. Man baut die Anbindung einmal, nicht pro Tool neu.
Der Kernunterschied
| REST-API | MCP-Server | |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Entwickler, Systeme | Anwender über einen KI-Assistenten |
| Bedienung | Code gegen definierte Endpunkte | natürliche Sprache („frag deine Zahlen") |
| Stärke | Integration, Automatisierung, Datenabgleich | Ad-hoc-Auswertung, Reporting ohne SQL |
| Ergebnis | strukturierte Datensätze für Weiterverarbeitung | direkte Antwort auf eine konkrete Frage |
Kurz: Die REST-API bringt Daten von A nach B. Der MCP-Server bringt Ihnen die Antwort auf eine Frage.
„MCP vs. API" ist eigentlich die falsche Frage
Trotz des Namens ist das kein Entweder-oder. MCP ersetzt die REST-API nicht - es setzt eine Schicht darüber auf, wie ein Übersetzer, der den vorhandenen Datenzugriff für die KI verständlich macht. Die API (oder ein direkter, read-only Datenbank-Zugriff) bleibt das Fundament.
Was sich ändert, ist wer fragt: Bei der REST-API ist der Nutzer ein Programm, das ein Entwickler geschrieben hat. Beim MCP-Server ist der Nutzer die KI selbst - sie entscheidet anhand Ihrer Frage in natürlicher Sprache, welche Daten sie holt. Deshalb ist „MCP vs. API" eher ein Übereinander als ein Gegeneinander.
Wann Sie was nehmen
- Sie wollen zwei Systeme koppeln oder etwas automatisieren (Shop, Marktplatz, Buchhaltung, Workflow): Das ist ein Fall für die REST-API - oft in Kombination mit einem Automatisierungswerkzeug.
- Sie wollen Ihre Zahlen ad hoc auswerten, ohne SQL oder Berichtsbau: Das ist ein Fall für einen MCP-Server, mit dem eine KI die Wawi befragt.
- Sie wollen beides - laufende Auswertung im Dashboard und freie Fragen an die Daten: Beide Wege lassen sich kombinieren. Das Dashboard liefert die vorbereiteten Kennzahlen, die KI die spontane Rückfrage.
Für reine Auswertung ist der Umweg über selbst geschriebene API-Aufrufe selten sinnvoll - da ist entweder ein fertiges Dashboard oder der KI-Zugriff per MCP der kürzere Weg.
Sicherheit: read-only und begrenzt
Datenzugriff auf die Wawi ist Vertrauenssache, deshalb gehört das mitgedacht - unabhängig vom Weg:
- Der Zugriff lässt sich read-only einrichten: Die KI darf lesen und fragen, aber nichts verändern oder auslösen. Das ist wichtig, weil eine KI, die selbst Werkzeuge bedient, sonst theoretisch auch etwas anstoßen könnte - beim reinen Auswerten will man genau das ausschließen.
- Er lässt sich auf das Nötige begrenzen - nur die Bereiche, die wirklich gebraucht werden.
- Wie und wo die eigentliche KI-Verarbeitung läuft, ist eine separate Frage, die man je nach Datenschutz-Anspruch bewusst festlegt - dazu beraten wir im Einzelfall.
So bleibt der Zugriff kontrolliert, egal ob ein Entwickler die REST-API nutzt oder ein KI-Assistent über MCP fragt.
Kurz gesagt
REST-API und MCP sind keine Entweder-oder-Produkte, sondern zwei Ebenen. Für Integration und Automatisierung nehmen Sie die REST-API (300 € Liste, aktuell Beta-kostenlos). Für „frag deine Zahlen" - Auswertung per KI ohne SQL - nehmen Sie einen MCP-Server. Wer nur Ergebnisse will, muss die Technik dahinter nicht selbst betreiben.